Sunday, October 22, 2006

Introduction to Scandinavian Culture

Da ich zu Beginn des ersten Quarters unimäßig ein wenig unausgelastet war (nicht, dass sich daran etwas geändert hätte), habe ich spontan einen Kurs namens "Introduction to Scandinavian Culture and Society" belegt. Ich dachte, dass es bestimmt nicht schlecht ist, etwas über das Land zu lernen, in dem ich das kommende Jahr mein Dasein fristen sollte. Eigentlich ein ziemlich unterhaltsamer Kurs mit überaus begeistertem Lehrer und vielen Veranstaltungen rund um die eigentliche Vorlesung. Warum nicht eineinhalb Stunden skandinavischer Volksmusik lauschen, wenn man sich auch schlaftechnisch von der vorherigen Nacht erholen könnte?
Jedenfalls habe ich am vergangenen Freitag mit diesem Kurs eine Öresund-Rundtour gemacht und die kulturelle Bildung meinen Roboter-Projekten vorgezogen. Gestartet wurde in Lund, von wo aus es zunächst nach Helsingborg ging. Mit der Fähre setzten wir über nach Dänemark nach Helsingör, fuhren weiter in die Weltstadt Rungsted Kyst und von dort aus nach Kopenhagen.
In Helsingborg besuchten wir die Ausstellung "The eye of Odin". Odin ist ein Gott der nordischen Mythologie und opferte sein Auge für seherische Fähigkeiten. Mehr weiß ich leider auch nicht und das Auge habe ich in der Ausstellung auch nicht gefunden. Dafür gab es jede Menge Texttafeln und einige rostige Schwerter.
Auf der Überfahrt mit der Fähre nach Helsingör konnte ich dann einen Blick auf das Hamlet Schloss werfen. Bei diesem Blick sollte es dann auch bleiben, denn Odins Auge wurde der Schlossbesichtigung vorgezogen. Ob das so eine gute Idee war?

Ach ja, für jeden der es noch nicht wusste, die dänische Stadt Helsingör ist bekannt als Schauplatz für Shakespeare´s Hamlet. Und es gibt dort wirklich gutes Eis (angeblich das allerbeste ganz Skandinaviens).
In Rungsted Kyst haben wir das Karen Blixen Museum besucht. Wer das war? Wer kennt sie denn nicht? Karen Blixen schrieb als Tania Blixen "Jenseits von Afrika". Bekannt könnte der gleichnamige Film mit Robert Redford und Meryl Streep sein. Ich habe weder von dem einen noch von dem anderen den blassesten Schimmer gehabt. Jedenfalls bin ich durch ihren Park flaniert und habe ihr Grab gesehen. Und das ist doch auch etwas, oder?
Zum Abschluss dieses Ausflugs gab es dann einen von Nebel verschleierten Blick über Kopenhagen, denn unsere letzte Station war der Runde Tårn (Round Tower) mitten in der Kopenhagener Innenstadt.


Begleitet wurden wir übrigens die ganze Zeit von den beiden kleinen Kindern unseres Lehrers, die für Unterhaltung sorgten und zur allgemeinen heiteren Stimmung beitrugen.
Ein gelungener Ausflug, wenn man bedenkt, dass man stattdessen auch wieder eineinhalb Stunden skandinavische Volksmusik hätte hören können.

Thursday, October 05, 2006

Lagebericht

Ich halte auch weiterhin die Stellung!
Abgesehen von diversen Motto-Parties (immer schön mit Kostüm) habe ich allerdings in den letzten knapp zwei Wochen nicht viel erlebt.
Bei der einen Festlichkeit handelte es sich um eine 70er-Jahre-Party am vergangenen Freitag in der ehemaligen Psychatrie. Diese endete mit Deutschen Schlager und Jägermeister in einer Küche meiner herrlichen Unterkunft.
Die andere Feier war eine Bad-Taste-Geburtstagsparty. Im pinken Bademantel mit Lockenwicklern im Haar und weißen Socken in Birkenstocks (um nur einige Assescoires zu nennen)war ich mit meiner Verkleidung gut ausgerüstet, um mit Superwoman, Steve Urkel (oder sollte es Mr Bean sein?) und allen anderen lustig Verkleideten den Abend im Basement des Greenhouses durchzustehen.
Ansonsten habe ich diese Woche bei Ina oder auch schon mal bei Emma verbracht. Haben die Computerlabs hier nicht schöne Namen?
Spaß beiseite, denn ich habe mich schließlich auch dem Ernst des Lebens gewidmet. Ich bin ja nicht nur zum Vergnügen hier. Also habe ich brav und fleißig, wenn auch erfolglos, stundenlang vor dem Computer gesessen und versucht meine Projekte zu bearbeiten. Die Kinematik eines Roboters ist gar nicht so leicht zu beschreiben, vor allem, wenn man sich beim Setzen der Koordinatensysteme ständig die Finger der rechten Hand verknotet. Ich habe mir deshalb ein Koordinatensystem aus Zahnstochern gebastelt. Damit geht das schon besser. Jeder, den das jetzt nicht interessiert, der hat Recht, allen anderen sei gesagt: Lasst einfach die Finger davon!. Das ist leider erst der Anfang, aber mein Professor hatte es bis Anfang dieser Woche versäumt, das zur Berechnung notwendige Programm zu erklären oder uns Zugang zu verschaffen. So bearbeitet man halt ein Projekt in zehn Tage, dass eigentlich für vier Wochen vorgesehen war. Aber das ist schon gut so, denn nun habe ich endlich etwas zu tun.
Ja, und das zweite Projekt, mein Roboter, will am Montag in seiner technischen Ausführung präsentiert werden. Das ist ein bisschen blöd, denn bisher existiert er nur als mehr schlechte als rechte Bleistiftskizze auf meinem Collegeblock. Habe aber schon einige Bauteile ins Auge gefasst und hoffe nur, dass es am Ende funktioniert. Leider muss ich gestehen, dass ich keinen blassen Schimmer habe wie.
So, meine Lieben, wie ihr lest, habe ich noch einiges vor mir und es wird Zeit, dass ich mich an die Arbeit mache...