Tuesday, January 09, 2007

Winter Break- 1600 Meilen quer durch California

Diesmal gibt es keine Abenteuer aus Schweden dafür aber von der anderen Seite des großen Teichs und zwar aus California. Dort habe ich nämlich die letzten knapp 2 Wochen verbracht und eine abenteuerliche Rundreise durch diesen Teil der USA gemacht. Gestartet bin ich von Frankfurt nach einem gemütlichen Weihnachtsfest im Kreise der Familie, bin in Denver knapp einem neuen Schneechoas entkommen und nach Wartezeit in Los Angeles nach knapp 24 Stunden ohne Schlaf in Santa Barbara gelandet. Schon allein der Flug von LA nach Santa Barbara war unwirklich. Wann läuft man schon mal über das Rollfeld um über eine kleine Treppe einen ebenso kleinen Flieger zu besteigen? In Santa Barbara ging dann auch meine Rundreise los, nachdem ich mich davon überzeugt habe, dass Studieren hier noch mehr zum Urlaub einlädt als der Erasmus-Aufenthalt in Schweden. Auf einem Campus eingesäumt von Palmen direkt am Meer gelegen von dem man in der Ferne die Berge erspäht, kann man, glaube ich, alles andere besser als sich auf Lehrveranstaltungen konzentrieren. Aber sei es drum. Mit dem Mietwagen ging es jedenfalls zunächst in Richtung San Francisco immer schön an der Küste auf dem Highway 1 entlang. In Monterey gab es einen kleinen Zwischenstop um die Fische im großen Aquarium zu bestaunen und um nicht im Feierabendverkehr in San Francisco anzukommen. Außerdem war ich einfach erschlagen von der schlichtweg unglaublichen Landschaft. Ich hatte ja gar keine Ahnung, was mich in California erwartet. Vielleicht hätte ich mir mal nen Reiseführer kaufen sollen?! Am nächsten Tag erwartete mich dann San Francisco, wo wir dann das mehr oder weniger letzte erschwingliche Zimmer ergattern konnten. Ich würde sagen, es war nicht schön, aber eben selten. Silvester habe ich dann in einem Irish Pub mit Engländern, Schotten und lauter unbekanntem Volk gefeiert. Es war ein sehr lustiger Abend, auch wenn es das erste Silvester war, an dem es für mich kein Feuerwerk gab. Neujahr habe ich damit verbracht mir die Stadt anzuschauen, die Golden Gate Bridge zu bestaunen und mit einem Cable Car die hügeligen Straßen rauf und runter zu fahren. Es ist wirklich wie im Film! Meinen Geburtstag habe ich auf Alcatraz gefeiert, aber da behalten wollten sie mich nicht. Die Anstalt war ja schließlich schon seit 1963 geschlossen. So führte mich meine Reise ins Sierra Nevada nach South Lake Tahoe. Auch dort waren Zimmer Mangelware, aber dann haben wir doch noch in einem Casino in Nevada ein günstige Bleibe gefunden. Der strahlende Sonnenschein und der unglaublich blaue Himmel am nächsten Tag waren wie zum Skifahren geschaffen und so ging es auf den Berg und in den Schnee. Als der Himmel sich verdunkelte, die Sonne hinter dicken Wolken verschwand, rief die Straße wieder und weiter ging es in Richtung Death Valley durchs Nirgendwo, wo es wirklich nichts gab außer das Rauschen des Autoradios. Nach einer Nacht irgendwo im Nirgendwo hatten wir das Death Valley erreicht und ich habe mich gleich mal am tiefsten Punkt der USA ablichten lassen, umgeben von Salz, Bergen und blauem Himmel. Danach wartete Las Vegas auf mich und mein Geld. Alte Frauen vorm einarmigen Banditen, Männer mit Jogginghosen am Roulette-Tisch, bunte Leuchtreklamen und sonst auch alles andere, was man so aus Filmen oder vom Hören-Sagen kennt, fand ich dort. Am Black-Jack-Tisch habe ich dann mein Glück versucht und sogar ein wenig gewonnen. Nach einer weiteren Nacht in einem Casino trat ich dann die Rückreise über LA an. Entäunschendes Hollywood-Boulevard mit einem Walk of Fame umgeben von einer vierspurigen Hauptverkehrsstraße, das berühmte Hollywood-Schild, das man in der Ferne oben am Berg erahnen konnte, hohe Hecken und schön frisierte Bäume in Beverly Hills, na ja, umgehauen hat es mich nicht. Aber falls jemand weiß, woher die Leute im Fernsehen die schönen Bilder bekommen, dann lasse ich mich auch vom Gegenteil überzeugen.
Morgen geht es dann wieder nach Hause und von dort am Wochenende nach Schweden, wo die Fortsetzung meines Erasmus-Jahres wartet. Und auch, wenn California in vielerlei Hinsicht unglaublich und beeindruckend ist, freue ich mich auf Lund, auf die kleine Studentenstadt, in der es immer regnet und stürmt und auf neue, sicherlich genauso spannende Abendteuer...
Happy new year und bis bald!

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