Saturday, June 30, 2007

Goodbye Erasmus-Welcome life...

Nach drei bzw. vier Wochen auf dem Fußboden, mit zwei Personen auf 15m² und 8 Stunden pro Tag in der Uni, muss ich sagen: Ich mag immer noch nicht heim! Meine Unterkunft ist zwar nicht sehr komfortabel, aber trotzdem angenehm, die Arbeit an der Uni ist interessant, die Betreuung ein Traum und wenn ich so mit meinem Fahrrad ("Giga-Bike") an die Uni oder in die Stadt radel, stelle ich immer wieder fest, dass ich einfach unglaublich gerne bin, wo ich bin.
Letzte Woche Freitag war Midsommar hier in Schweden und meine schwedischen Freunde habe ein richtiges Midsommar-Fest veranstaltet und ich darf behaupten, dass es ganz allein für mich war. Wir haben eine Midsommar-Stange "gebaut" und ich habe einen Blumenkranz auf den Kopf gesetzt bekommen, mit dem ich mich ehrlich gesagt gefühlt habe wie ein Waldschrat (mehr Gestrüpp und Blätter als Blumen). Hauptsache die Schweden hatten ihren Spaß. Nach dem Konsum einiger alkoholischer Genussmittel war dann das Tanzen um die Midsommar-Stange dran, wobei schwedische Volkslieder gesungen wurden. Ich konnte weder richtig tanzen noch mitsingen, weil ich vor Lachen fast am Boden gelegen bin. Was für eine Szenerie! Man stelle sich folgendes vor: Ein mit Gestrüpp geschmücktes Kreuz inmitten einer Studenten-Wohnanlage, beobachtet von vorbeigehenden Studenten, die sich wundern, was wir treiben. Diese blieben dann stehen, sahen sich das bunte Treiben an und fragten, warum wir dieses Spektakel aufziehen. Alle Finger zeigten auf mich und alle schrien "Tysk"! Damit war der bleibende Eindruck für den Abend auch schon gesichert ohne, dass ich etwas tun musste außer einfach "tysk" zu sein. Danach gab es dann typisches schwedisches Midsommar-Essen, mit u.a. Hering, Kartoffeln, Erdbeeren und jede Menge Schnaps. Beim Essen wurden dann die typischen Schnapslieder gesungen. Alles in allem führte das dazu, dass einige den Rest des Abends gar nicht oder nur mit benebltem Bewusstsein erlebten. Sie verpassten folglich das Twister-Spiel im Freien (ihr wisst schon, wo man sich so verknotet!), was mit verlangsamtem Reaktionsvermögen richtig lustig ist, das Kubb-Spiel im Korridor (Holzklötze umwerfen), was so lustig ist, weil es unglaublich laut ist, das Besteigen der Fahrrad-Häuschen, was eigentlich gar nicht lustig ist und viele andere lustige Sachen, die sich bis in die frühen Morgenstunden erstreckten. Das war nicht so schwer, weil es eigentlich fast gar nicht richtig dunkel war (schon komisch!).
Ansonsten ist in Lund Sommer; das heißt nicht, dass es schön oder gar warm ist, sondern, dass die meisten Studenten arbeiten. Demzufolge ist Lund ziemlich ruhig und wilde Parties mit verrückten Studenten findet man kaum. Eigentlich gar nicht so schlimm, denn einerseits ist eine Pause vom "die Sau rauslassen" auch einmal ganz angenehm und andererseits kann man ja auch ohne Party feiern, was unser Midsommar-Fest unter Beweis gestellt hat.

0 Comments:

Post a Comment

<< Home