A long time ago...
...a lot of fun things happened! Besser später als nie, denke ich mir und erzähle euch trotzdem, was sich im letzten Monat alles ereignet hat. Und das ist eine ganze Menge; deshalb in chronologischer Reihenfolge und nicht ausführlicher als notwendig:
30. April 2007: Valborg Naughtiness
Am Siste April oder an Valborg machte ich mich in den frühen Morgenstunden auf den Weg zum Stadsparken in Lund, darauf vorbereitet, dass es einer dieser Tage werden sollte, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben werden. Im Park angekommen, erwarteten mich tausende Studenten, schön gruppiert auf Decken sitzend mit Bier/Cider-dosen in Händen, bewaffnet mit Wodka-Red Bull-Wasserpistolen oder ähnlichem und schlechter schwedischer Musik lauschend. Warum? Ja, das habe ich bis heute nicht herausgefunden, aber es ist eine studentische Tradition und es war eine einmalige Gelegenheit Teil schwedischer Studentenkultur zu sein. Ziemlich lustig (wenn ich das mal so formulieren darf) habe ich mich gegen Nachmittag auf den Weg zum Champagnegalopp gemacht. Das ist der Teil des Tages, an dem die Bildungselite in Champagner badet. Bei einer Nation im Hinterhof habe ich mich mit Champagner bespritzen lassen bis ich nass bis auf die Unterhose war, bin mit einem Arm in der Luft zum Rhytmus irgenwelcher Musik durch die Menge gesprungen und wurde zum zweiten Mal an diesem Tag Zeuge wie verrückt und unbeschwert Student-Sein sein kann. Man sagte mir und Fotos bestätigten diese Behauptung, dass besagte Musik von einer Live-Band stammte. Also ich habe diese nicht gesehen! Aber auch als ich quasi mit den leeren Champagnerflaschen die Party verlassen musste, war der Tag nicht vorüber. Eine ausgiebige Dusche, ein schnelles Abendessen und weiter ging es bis mich in den frühen Morgenstunden meine Füße nicht mehr tragen konnten und ich totmüde und na ja, ihr wisst schon wie, in mein Bett gefallen bin.
4./5. Mai 2007: Tandemstafetten Foolishness
Diese Woche hatte es in sich und so ging es am Freitag darauf gleich weiter mit dem Bus nach Göteborg um mit dem Tandem zurück nach Lund zu radeln. Genauer, es handelt sich bei dem ganzen Spaß um eine Tandemstafette zwischen verschiedenen Teams, die in Göteborg startet mit dem Ziel am folgenden Tag unter Jubel in Lund anzukommen. Jedes Tandemteam besteht aus 40 Personen, wobei immer zwei Personen ca. 20 Kilometer fahren. Der Rest verfolgt das Geschehen vom Bus aus, der die Tandemfahrer begleitet. In unserem Bus war die Stimmung groß, was bedeutete, dass ich ca. 30 Stunden keinen Schlaf fand und ständig dazu gezwungen (!) wurde mit zu feiern. Das Feiern wurde durch zwei Stopps mitten in der Nacht auf einem IKEA-Parkplatz und in einem Industriegebiet unterstützt, wo einfach ein paar Boxen aufgestellt wurden und ich mit einem Arm in der Luft durch die Menge gesprungen bin. Vor dem Tandem-Start waren wir noch in einem Freizeitpark, aber da die Fahrt nach Göteborg ca. drei Stunden dauerte, habe ich wenig Erinnerung an diesen Teil des Auflugs. Woran das wohl lag?! Um 7.30 Uhr am nächsten Tag ohne Schlaf und ein wenig (!) gedopt habe ich das Tandem besteigen dürfen und 15km lang unter vereinzelten Anfeuerungsrufen meinen Teil der Reise hinter mich gebracht. Nach der Ankunft am Nachmittag desselben Tages wurde noch ein wenig gefeiert, bis es um 20.30 Uhr auch für mich Zeit war, die "Tanzschuhe" an den Nagel zu hängen und Schlaf nachzuholen.
07. Mai 2007: School´s challenge (Part 1)
Nach diesem Wochenende blieben noch drei Wochen um mein Erasmus-Jahr erfolgreich abzuschließen und das nicht nur aus partytechnischer Sicht. So forderte mich an diesem Montag die Abschlusspräsentation meines Mechatronik Prpjektes in Zusammenarbeit mit Tetra Pak. Mehr schlecht als recht vorbereitet, was nach besagten Wochenende nicht verwunderlich war und von meiner Projektgruppe erwartet wurde, habe ich dieses Kapitel erfolgreich abschließen können. Dem folgten mehrere Assignments und die Nachricht, dass ich möglicherweise doch nicht nach Hause fahren muss. Nicht ganz einfach in der Planung und Umsetzung beschäftigte mich diese Unternehmung die nächsten Wochen.
16. Mai 2007: Party´s tempation (Part 1)
Das war der Anfang vom Ende meines Erasmus-Aufenthalts, bei dem ich u.a. gelernt habe, dass man mit einem Maximum an Party unter der Bedingung Minimum an Schlaf einen maximalen Erfolg erzielen kann. Versteht das jetzt jemand? Alles begann also mit der Korridor-Party in Emma´s Unterkunft, die ich im Morgengrauen verließ, obwohl auf meinem Schreibtisch ein Home-Exam lag und auf Bearbeitung wartete. Es wartete dort genauer gesagt bis zum folgenden Samstag Nachmittag, denn es gibt ja wichtigere Dinge, wie z.B. bei einer Nation arbeiten, damit man am Abend freie Getränke bekommt. Ob es nun die freien Getränke waren oder einfach nur die Langeweile der Aufgabenstellung, die mich in der Nacht doch noch zur Nation´s-Party trieben; ich vermag es nicht zu beurteilen. Diese Party wurde mir zum Verhängnis und erneut war es hell als ich in mein Bettchen kroch. Um 8.00 Uhr morgens wurde ich zuverlässig geweckt und mit mehr Alkohol im Blut als Blut im Kopf machte ich mich an die Vollendung meines Home Exams. Über 12 Stunden am Schreibtisch, Kopfschmerzen, weniger als 30 Stunden verbleibend...
21. Mai 2007: School´s Challenge (Part 2)
Nach drei Stunden Schlaf und mehreren Tassen Kaffee und einer Flasche Cola hatte ich es unerwarteterweise dennoch geschafft das Exam in time einzureichen. Auf zum nächsten, was drei Tage später wartete. Aber erstmal: schlafen. Ja, als ich am Spätnachmittag aufwachte, beschloss ich, dass es zu spät sei noch mit Lernen anzufangen. Das war der nächste Fehler. Denn auch am nächsten Tag gab es andere Dinge zu erledigen und so musste ich die Prüfungsvorbereitung auf Mittwoch verschieben. Ein Tag, ein Buch, viel Kaffee und wenig Schlaf und die Prüfung lief für diesen Aufwand wie am Schnürchen. Ok, four more to go and hell yeah...Party! Was? Jag ska stanna i Sverige-Ich werde in Schweden weiter studieren!
24. Mai 2007-27. Mai: Party´s temptation (Part 2)
Nation´s Party, 80er-Jahre Party (die übrigens so schlecht war, dass ich mir meine Alkohol-Ration mit nach Hause genommen habe als Vorrat für die Parties, die da kommen mögen) und was sonst Nation´s Party. Das war mein Wochenende. Ich meine mich zu erinnern, dass es großartig war, aber der Höhepunkt sollte noch kommen.
28. Mai 2007-31. Mai 2007: School´s challenge (Part 3)
Zwei mündliche Prüfungen an einem Tag, eine schriftliche am Tag danach und während die ersten Exchange-Students abreisten, lernte ich auf meine letzte Prüfung.
31.Mai 2007: Goodbye Erasmus-Welcome Life...
Ja, das war das Motto meiner "Abschieds-Party", Abschied von neuen Freunden,Abschied von einem neuen "Zuhause" und Abschied von einer grandiosen Zeit...Es war legendary, die Party, das ganze Jahr in Schweden
Auch wenn ich es am Anfang nicht für möglich gehalten hätte und nicht geglaubt habe, dass es wirklich eine unvergessliche Zeit werden würde, muss ich zugeben, dass ich um viele Erfahrungen reicher bin, dass ich viele Erlebnisse nicht so schnell vergessen werde und dass mich ein Jahr in Schweden mindestens 2 Jahre jünger gemacht hat. Meine Schlussfolgerung (und das ist nur eine von unzähligen): "I wanna be an Exchange Student for the rest of my life...!"
Nun bin ich umgezogen, teile mit ein Zimmer und fühle mich noch immer wohl hier in Lund und erwarte einen neuen Abschnitt, den ich hoffentlich mit Wörtern wie "awesome" oder "legendary" beschreiben werde.

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