Every end is a new beginning...
So oder so ähnlich war das doch, oder? Lange, lange habe ich nichts mehr von mir hören lassen. Nicht, dass ich nichts mehr erlebt hätte oder das mir gar langweilig gewesen wäre. Eher das Gegenteil ist der Fall! Nun sind alle Sachen eingepackt und ich verbringe die letzten Tage wieder auf dem Fussboden zwischen den gepackten Koffern und weiss nicht so recht, ob ich lachen oder weinen soll. Na ja, lustig ist es jedenfalls nicht, wenn man sich vorkommt wie ein Obdachloser und ständig um Unterschlupf betteln muss. Aber es funktioniert erstaunlich gut und all die Erfahrungen und Erlebnisse, die ich mitnehme, werden mir sicherlich in der ein oder anderen Situation noch einmal von Nutzen sein. So richtig realisiert habe ich es aber immer noch nicht, dass ich am Donnerstag nach Deutschland fahren soll. Uebermorgen ist noch so weit weg und ich habe noch so viel zu tun, dass ich gar nicht weiss, wo mir der Kopf steht. Und ausserdem bin ich doch schon zu Hause. Jedenfalls fuehlt es sich ein wenig an wie ein zu Hause. Ein Platz, an den ich immer wieder zurueckkommen kann, ein Platz in der Welt, an dem ich viele neue Freunde gefunden habe, die ich nur ungern zuruecklasse. Irgendwie alles ein sehr komisches Gefuehl. Bald wieder Deutsch zu sprechen und alles verstehen zu können, ohne sich darauf zu konzentrieren. Na ja, ich bin gespannt und ein wenig Vorfreude mischt sich sicherlich auch unter das traurige Gefuehl erst einmal Abschied nehmen zu muessen von allem, was mir ans Herz gewachsen ist und was mir unheimlich viel bedeutet. Das ganze letzte Jahr und die paar Monate in Lund zusammenzufassen, ist schlichtweg unmöglich, aber ich habe jedenfalls einzigartige Dinge erlebt, verrueckte Menschen getroffen und auch wenn mir immer wieder vorgeworfen wird, ich hätte nur gefeiert, so habe ich doch auch einiges gelernt. Vom Greenhouse im Nirgendwo ueber das Luxus-Appartement in die Stadt bis hin auf den Fussboden verschiedener Freunde, von der einfachen Nations-Party und Korridorfesten ueber das Baden in Champagner und gedoptes Tandem-Fahren bis zum ausgelassen Feiern schwedischer Traditionen, von Vorlesungen und Uebungen ueber diverse Reports bis zu einer einigermassen anständigen Thesis-Arbeit: Ich habe mein Bestes gegeben, um so viel wie möglich aus meinem Auslandsufenthalt mizunehmen. Und rueckblickend, ja, es ist mir gelungen. Mein Englisch war schon mal katastrophaler, mein Schwedisch schon mal weniger fliessend, meine Schlafenzeiten länger und mein Konsum an alkoholische Genussmitteln weniger, aber ich bin nicht umsonst bekannt als die Mama-Erasmus. Nein, Spass beiseite, es war einfach grossartig und ich hätte es nicht geglaubt, wenn ich es nicht erlebt hätte, dass ein Auslandsaufenthalt einen prägen und begeistern kann. Jetzt muss ich Aufwiedersehen sagen und vor mehr als einem Jahr habe ich es zu euch gesagt: Sometimes you have to say "goodbye" to be able to say "hello" again...
In diesem Sinne, bis die Tage...
